peter Peter „Powerchord“ – Gitarre
Im Grunde seines Herzens ist Peter Rocker. So einer von der bösen und lauten Sorte. Auf der Gitarre hat Gibson zu stehen, auf dem Verstärker Marshall und die Regler gehören nach rechts. Es gibt nur ein Problem: Ihm fehlen die geeigneten Mitstreiter, die dieses sonderbare Vergnügen teilen. Und so hat Peter beschlossen, sich diese Mitstreiter selbst zu züchten. Sprich: Er wartet sehnsüchtig auf das Reifen seiner Kinder, um mit jungen Leuten noch einmal so richtig die Sau rauszulassen. Laut und böse.

Um die Wartezeit bis dahin zu verkürzen, hat sich Peter auf die Hanseatic Dilettantes eingelassen. Und seitdem entlockt er seiner Gitarre gänzlich neue Töne. Statt Powerchord in A entweicht dem Wimmerholz inzwischen immer öfter ein zaghafter Moll-Akkord und sogar die eine oder andere Septime war bereits zu vernehmen. Wer das Glück hat Peter dabei zu beobachten, kommt zu der Erkenntnis, dass ihm diese Herausforderung zusehends Freude bereitet. Seinen Mitmusikern übrigens auch.

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hannes Hannes „Wo ich bin ist vorne“ – Gesang
Man stelle sich vor, er hätte es tatsächlich getan! Bass gespielt. Denn das genau ist Hannes´ angestammtes Instrument und in den Anfängen der Hanseatic Dilettantes stand mehr als einmal zur Debatte, ob er sich nicht den tiefen Tönen zuwenden sollte. Zum Glück ist es so nicht gekommen. Wer Hannes kennt wird möglicherweise sagen: Natürlich ist es so nicht gekommen. Denn Hannes im Hintergrund ist einfach undenkbar. Folgerichtig hat er sich für den Gesang entschieden und wer ihn je auf der Bühne erlebt hat weiß, dass es nur einen Platz für Hannes geben kann: vorne. Hannes kann laut, Hannes kann peinlich. Aber vor allem kann Hannes singen. Und diese Kombination ist ein Glücksfall für eine Band, die sich eines auf die Fahnen geschrieben hat: Menschen zu unterhalten. Der Fairness halber sei hinzugefügt, dass Hannes durchaus auch leise kann. Aber dazu muss man ihn schon etwas näher kennen.
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toralf Toralf „Max Greger“ – Gitarre + Tasten
Toralf ist der „Max Greger“ der Dilettanten. Damit sind allerdings weniger die musikalischen Fähigkeiten umrissen als vielmehr die sozialen Pflichten. Mehr als zwei sind eine Gruppe – eine Wahrheit, die auch vor den Hanseatic Dilettantes nicht halt macht. Und so eine Gruppe hat Bedürfnisse: Ein warmer Proberaum, immer ausreichend Getränke im Haus (das Altglas rennt auch nicht selbst zum Container) sowie viele kleine und große organisatorische Anliegen, die erledigt werden wollen. Aber das ist nun mal der Preis für sein Talent, die richtigen Leute um sich zu scharen und sie in sein Hause zu holen. Und als Ausgleich hat er als Privileg den kürzesten Weg ins Bett nach bierseligen Probeabenden. Ach ja, Musik macht Toralf natürlich auch. Ursprünglich kommt er von den Tasten. Aber nach dem Entschluss, die Technik einzumotten und unplugged zu spielen, hat er seine Gitarre reaktiviert. Als passionierter Lagerfeuergitarrist war immerhin eine ausbaufähige Basis vorhanden. Und am Ausbau dieser Fähigkeiten arbeitet er seitdem beharrlich.
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Ehemalige Dilettanten
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jochen Jochen – Dr. Jekyll and Mr. Sax – Saxophon
Adrett: Ein Auslaufmodell von einem Wort und doch genau die Beschreibung, die Oma wählen würde, hätte Jochen jemals ihre gute Stube betreten. Das George-Clooney-mäßig angegraute Haar gescheitelt und gekämmt, die Kleidung gepflegt, die Umgangsformen wohlerzogen. Und genau so erscheint Jochen im Proberaum, baut sein Saxophon zusammen, übt trocken ein paar Skalen (nicht dass wir anderen wüssten, was das ist) und meldet sich spielbereit. So weit, so gut. Nun lieben wir es bekanntermaßen als Hanseatic Dilettantes unser Publikum zu überraschen. Aber was Jochen auf der Bühne veranstaltet, hat selbst uns das Staunen in die Augen getrieben: Wie ein Berserker rast Jochen über seine Klappen, spielt im Gehen, Knien, Hüfen, Rennen und entlockt seinem Saxophon – sich auf dem Boden wälzend – Töne, die es bisher selbst nicht kannte. Am Ende des Auftritts fragt er den Tonmann dann bescheiden, ob er beim Abbau behilflich sein kann.
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stefan Stefan – über uns schwebend – Bass
Manche Dinge muss man beim Namen nennen. Da hilft kein Drumrumreden, kein Schönwettermachen, kein Vertuschen. Stefan ist so ein Fall. Egal wie man es dreht und wendet: Stefan ist eine Zumutung! Dass er als etatmäßiger Bassist seine vier Saiten beherrscht ist ok. Dass er beim Einspielen Marcus Miller zitiert und findet, er sei ein wenig eingerostet – geschenkt. Aber wenn Stefan dann anfängt zu singen, dem Gitarristen die Riffs vorspielt und dem Schlagzeuger Tipps für die HiHat-Figur gibt, wird es beängstigend. Stefan sieht das anders: „War doch nur ein Vorschlag und ist auch nicht so wichtig. Hauptsache wir haben Spaß“. Ja Stefan, den haben wir! Mit so einem begnadeten und entspannten Musiker an seiner Seite muss man einfach Spaß haben. Nur manchmal, spät in der Nacht nach dem gemeinsamen Musizieren, befällt einen dann der Neid: Woher kann der das? Und da ist sie dann wieder, die Zumutung.
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ossi Jörg „Ossi“ Osterloh – Drums
Um es vorweg zu sagen: Ossi ist kein Ossi. Außerdem war Ossi bereits Ossi als die Mehrzahl der Wessis noch gar nicht realisiert hatte, dass es Ossis überhaupt gibt. Die gemeinsame Geschichte mit Ossi reicht zurück in Schülerbandzeiten als Toralf und Ossi noch gemeinsam vom Leben als Rockstars träumten und mit dem schönen Bandnamen „Champignon“ die Hoffnung verbanden, irgendwann das g und n streichen zu können. Ein Traum, der nie Realität wurde, auch nicht in neuer Besetzung als „Ossi und die Wessis“. Wobei zumindest in diesem Falle die Bandmitglieder tatsächlich Wessis waren. Die gab es in Westberlin (wie der Ossi – also der echte aus dem Osten – sagte) nämlich tatsächlich schon lange, bevor es Ossis gab. Aber genug der Ost-West-Geschichten. Ossi hat Westberlin irgendwann Richtung Westen verlassen, aber aus den Augen verloren (oder sollte man bei Musikern eher sagen aus den Ohren?) haben wir uns nie. Und alle Jubeljahre, wenn die Hanseatic-Dilettantes mal wieder ganz schnell einen Drummer brauchen, ist Ossi zur Stelle. Dann können wir gemeinsam noch einmal vom Leben als Rockstars träumen. Mit dem Unterschied, dass wir die Biermengen, die wir uns damals nicht leisten konnten, heute nicht mehr vertragen.
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timh Tim „auf der Suche“ Hartig – Drums
„Du liebe Güte – jetzt geben sie schon Ihre Kinder bei uns ab“, haben wir uns gedacht, als Stefan seinen Sohn Tim ins Gespräch brachte. „Gestern noch Rockband, heute Kita“. Aber da zeigt sich mal wieder, wie man sich täuschen kann. Na schön, mit Stefan an Gitarre und Mikrofon hatten wir ja bereits Erfahrungen gemacht (seine Fähigkeiten an unserer Bierkiste waren übrigens auch nicht ohne). Aber dass sein Sohn das musikalische Talent nicht nur geerbt sondern deutlich übertroffen hat – damit war nicht zu rechnen. Dies festzustellen dauerte jedoch nur wenige Töne, die Tim auf Schlagzeug und Cajon gespielt hat. Und seitdem machen wir uns auch keine Sorgen mehr um die Kinderbetreuung. Vielmehr haben wir Angst demnächst nicht mehr gebraucht und in die musikalische Rente geschickt zu werden.
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alex Alex „unbedarft“ – Drums
Alex hat den Schnitt versaut – und zwar gründlich. Mit seinen noch nicht einmal 20 Jahren zieht er uns altersmäßig so weit nach unten, dass wir fast geneigt sind, unsere einsetzenden Altersleiden zu vergessen. Dumm nur, dass Alex im Gegenzug die musikalische Qualität so weit nach oben treibt, dass wir die gesamte Routine unserer Lebensjahrzehnte einsetzen müssen, um mithalten zu können.
„Wer übt hat Angst“ lautet Alex Motto. Ein eigenes Schlagzeug? Nö! Üben? Keine Zeit! Also setzt sich Alex an die Drums und spielt – mehr oder weniger ungeprobt bei unserer Dilettanten-Gala vor 300 Leuten. Und wer bekommt den größten Applaus? Alex. Danach verabschiedet er sich. Schließlich wartet ja noch irgendwo in der Stadt eine Party mit jüngeren Leuten „Wenn Ihr mal wieder einen Trommler braucht, sagt Bescheid“. Machen wir, Alex!
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tim Dilettanten-Tim – Bass
Wären wir nicht bereits vor Tims Bandeintritt Dilettanten gewesen – spätestens mit seinem Auftauchen wären wir es geworden. „Weiß jemand, wo Tim ist?“, lautet seitdem die meistgestellte Frage. Gefolgt von „Kommt der heute überhaupt?“. An glücklichen Tagen geht jetzt die Tür auf, Tim mit Sechserträger unterm Arm betritt den Raum, strahlt in die Runde und greift zum Bass.
„Kann mir mal einer sagen, in welcher Tonart wir das immer spielen“, fragt er noch kurz und legt los. Spätestens jetzt wird klar, was es mit dem Satz „mal spielt er Bass mal spielt er besser“ auf sich hat. Tim gehört eindeutig in die zweite Kategorie und kann es sich deshalb getrost leisten, sich unser Motto zu eigen zu machen: Wer übt hat Angst!
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christof Christof „the groove“ – Drums
Große Verstärker, hunderte Kabel, großes Drumset – den ganzen Mist wollten wir nicht mehr haben. Wir spielen reduziert, unplugged, lieber schön als laut. Und so weiter und so fort. Haben wir propagiert. Und geglaubt. Und dann kommt Christof zur Tür herein, setzt sich ans Schlagzeug, zählt an und fängt an zu spielen.
Seitdem ist alles anders: „Klingt doch viel geiler mit Drums“. „Macht ja auch viel mehr Druck“ „Und so schlimm ist die Schlepperei auch wieder nicht“ Das ist jetzt das Credo der Hanseatic Dilettantes. Und wer hat schuld? Christof. Weil er einfach so unglaubliche Grooves aus dem Drumset herausholt , dass wir ihm mittlerweile alle hörig sind und unsere Grundsätze mal eben über Bord geworfen haben.
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uwe Uwe „Der Fahrer“ – Cajon + Geklappere
Fair ist es nicht, dass Uwe noch immer „der Fahrer“ ist. Aber was ist im Leben schon fair? Und schließlich hat Uwes Karriere bei den Hanseatic Dilettantes tatsächlich als Fahrer begonnen.
Als stolzer Besitzer eines VW-Busses wurde er kurzerhand verpflichtet, uns zum ersten Auftritt nach Vechta zu fahren. Nicht schlecht gestaunt haben wir ein paar Stunden später. Als wir die Bühne betreten und uns sortieren ist Uwe plötzlich wieder da. Bewaffnet mit der Luftgitarre. Und wenn hier steht Luftgitarre, dann ist auch wirklich eine Luftgitarre gemeint.
Vermutlich lag sein Sohn an diesem Abend weinend im Bett, weil sein liebender Vater ihm das aufblasbare Lieblingsspielzug ungefragt entwendet hatte. Realistisch betrachtet müssen wir im Nachhinein eingestehen, dass Uwes Luftgitarren-Auftritt an diesem Abend vermutlich das Beste war, was wir auf die Bühne gebracht haben. Die Luft-Gitarre hat sich mittlerweile in selbige aufgelöst, Uwe ist uns trotzdem treu geblieben und hat die Abteilung Rhythmus übernommen. Kein Wunder, schließlich hat er jahrelang getrommelt – als Drummer in einer 70ies-Psychodelic-Band, die mit mehr oder minder großem Erfolg die schwäbische Provinz beschallte. Der Umstieg auf Cajon und Geklappere war also naheliegend. Und zum Glück ist Uwes Spaß am Spielen noch immer so groß wie bei seinem ersten Auftritt als Luftgitarrist.
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axel Der Axel und sein Witalij – Bass
Wenn man die beiden so sieht – den Axel und seinen Witalij – dann fragt man sich gelegentlich: „Wer beherrscht hier wen?“ Allein ob seiner schieren Größe kann der Witalij (haben wir eigentlich schon erwähnt, dass das der Bass ist?) hier gewisse Pluspunkte sammeln. Doch nur so lange, bis Axel Platz – und Witalij in die Hand nimmt. Spätestens dann wird jeder Zweifel beseitigt und die Wahrheit tritt zutage: Natürlich beherrscht Axel sein Instrument – und wie!
Dies ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit. Denn eigentlich steht Axel mehr auf Witalijs kleine Schwester – die Gitarre. Und angefangen hat er bei den Hanseatic-Dilettantes als Aushilfs-Percussionist. Aber so ist das eben bei den wahrhaft Talentierten. Gib Axel – im wahren Leben eher von der ruhigen Sorte – ein Instrument in die Hand und der Rocker in ihm erwacht zum Leben. Unser Publikum weiß das zu schätzen – der Witalij übrigens auch.
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stef Stef „The Voice“ – Gesang
Stef ist gewissermaßen Gründungsmitglied der Hanseatic Dilettantes bevor diese überhaupt gegründet wurden. Entdeckt wurde „The Voice“ von ihrem Büronachbarn Toralf im Jahr 1999. Und seitdem machen die beiden in verschiedensten Konstellationen zusammen Musik.
Versuchsprojekten mit 80er Elektropop folgten Soloversuche mit Piano und Gesang, bis schließlich die Hanseatic Dilettates stimmgewaltige Unterstützung von Stef bekamen.
Was allerdings nicht immer reibungslos von statten ging. Wenn man über Hannes mit Fug und Recht behauptet, dass er im Rampenlicht Zuhause ist, dann muss man über Stef wohl sagen, dass sie sich gern die dunkelste Ecke der Bühne aussucht. Das Rampenlicht ist nicht ihr Liebstes. Und die Scheu vor Peinlichkeiten ist schon legendär. Was nach einem wahrhaft wunderlichen Auftritt im Kassenbereich eines Edeka-Marktes zur zwischenzeitlichen Verweigerung ihrerseits führte.
Aber so ganz ohne kann Stef eben auch nicht und so ist sie zurückgekommen und hat hoch und heilig versprochen, uns nie mehr allein zu lassen.
Nur so einen klitzekleinen Hintergedanken hat sie immer noch: „Irgendwann spielen wir noch mal´n Soloprogramm mit Klavier und Stimme…“
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bernie Bernie „The Ear“ – Gitarre
Schon beinahe Legende ist der erste Auftritt von Bernie bei den Hanseatic Dilettantes.
Ein Fahrradunfall in Folge übermäßigen Alkoholkonsums hatte unseren auserwählten Gitarristen aus der Bahn geworfen. Ersatz musste her.
Da traf es sich gut, dass einer einen Nachbarn kannte „der glaube ich ein bisschen Gitarre spielen kann.“ So klingelte es also an unserer Tür und hereingeschlurft kam Bernie mit Gitarrenkoffer unter´m Arm: „Hi, ich bin Bernie. Was spielt ihr denn so?“
Wir berichteten von der aberwitzigen Nummer mit drei Griffen, was Bernie zu der Frage veranlasste: „Wie geht denn das?“. Stirnrunzeln in der Runde. Dann der makabre Versuch unserem neuen Bandmitglied den a-moll-Akkord nahezubringen. „Ach so, ok, probieren wir´s mal“, sagt Bernie trocken. Wir also an die Instrumente und los geht´s.
Nach einer Minute hat auch der letzte aufgehört zu spielen. Große Augen. Stille.
Als erster traut sich Hannes: „Sag mal Bernie, Du spielst aber nicht zum ersten Mal.“ Das ist keine Frage, sondern eine Feststellung. Darauf Bernie: „Nö“.
Es hat noch Monate gedauert, bis wir erfahren durften, dass es Zeiten gab, in denen Bernie mehr als nur ein bisschen Gitarre gespielt hat. Eine große Geschichte hat er – typisch Bernie – nie daraus gemacht. Und bis heute sind die eitlen Schaueinlagen auf dem Griffbrett nicht sein Ding.
Nur manchmal, wenn der Rest der Band partout nicht seinen Vorstellungen entsprechen will kommt „The Ear“ in ihm durch. Aber normalerweise spricht er doch lieber über seine Angst. Angst vor leeren Rotweinflaschen, Angst vor den Tretminen, die der gemeine Gitarrist zu seinen Füssen ausbreitet.
Und vor allem Angst vor der Musikerpolizei in Hamburg Ottensen.
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…und viele andere mehr, mit denen wir im Laufe der Jahre unsere Freude an der Musik geteilt haben. Im Proberaum, auf der Bühne oder einfach mal zwischendurch in einer Kneipe oder an der Straßenecke. Euch allen ein herzliches Dankeschön für die schönen Momente und ein kleines Loblied von einem, der es schöner sagt, als wir es könnten:

Verwechsle ich Euch, vergaß ich Dich,
Läßt mich mein Gedächtnis im Stich?
Vieles ist schon so lange her,
Kenn‘ ich nicht alle Namen mehr,
So kenn‘ ich die Gesichter doch
Und erinnere mich noch.
Und widme Euch nicht weniger Raum,
Geschrieben haben wir uns kaum. –
Denn eigentlich ging keiner fort:
In einer Geste, einem Wort,
In irgendeiner Redensart
Lebt Ihr in meiner Gegenwart.
(Reinhard Mey)

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